Die 7 Faktoren der neuen Welt(un)ordnung
• KT Guttenberg über die neue Welt(un)ordnung
• Neue Podcasts: LAND IN SICHT und MAKE AMERICA GOOD AGAIN
• LinkedIn-Gründer Reid Hoffman: Die magischen Möglichkeiten der KI
Meine Insights der Woche – 05. Februar 2026
Kanadas Premierminister Mark Carney: der Rempler Europas
Foto: Shutterstock
Guten Morgen,
wie schön, dass Sie hier sind. Kennen wir uns von einer Gysi gegen Guttenberg-Live-Veranstaltung, von unseren Podcasts oder meiner LinkedIn-Kolumne? So oder so: Kommen Sie rein in die erste Ausgabe unseres NEULAND Update!
„Neuland“? Da war doch was. Richtig, die frühere Bundeskanzlerin Angela Merkel bezeichnete das Internet vor 13 Jahren so. Der Begriff wurde zum geflügelten Wort – meist zitiert als Beleg für technologische Ahnungslosigkeit. Ich fand ihn zumindest ehrlich. Hand aufs Herz: Wir sind alle im Neuland, und das wird so bleiben. Die digitale Revolution hat unser Leben, unsere Politik, Wirtschaft und Gesellschaft auf den Kopf gestellt. Die ganze Welt hat sich rasant gewandelt. Kanadas Premierminister Mark Carney sagte erst vorletzte Woche in Davos: "Der Bruch der alten Weltordnung ist schon da." Ich stimme ihm zu.
Wir Europäer, wir Deutsche müssen uns rasch neu erfinden. Beängstigend? Mag sein. Ich finde vor allem auch: aufregend.
Viele neue Chancen eröffnen sich, man muss sie nur erkennen. Und man sollte wissen, wie die Schaumschläger zu entwaffnen sind, die geistigen Flachwurzler, die Nörgler und zynischen Verführer – Menschen, die alles im Niedergang begriffen sehen.
Unser NEULAND Update ist ein Gegengift für diese Weltanschauung. Wir möchten Deutschland als ein Land der Zukunft begreifen, zugleich als ein Herzstück des Europas von morgen. Wir sind für ein weltoffenes frisches Deutschland, das schwarzrotgold nicht den Rechtsextremen überlässt.
NEULAND Update lebt vom Dialog. Schreiben Sie uns deshalb gern Ihre Meinung, liebe Leserinnen und Leser! Wir nehmen Sie künftig jede Woche mit hinter die Kulissen der Mächtigen, die die Umbrüche unserer Zeit treiben. Wir bieten Ihnen Einsichten, die Sie die Vorgänge in der Welt womöglich etwas besser verstehen lassen – und für die Zukunft hoffentlich positiver stimmen. Dieser wöchentliche „Newsletter“ ist also kein Newsletter der klassischen Sorte. Es geht uns nicht um News. Es geht uns um Sinn. Darum, schlaue Antworten auf die richtigen Fragen zu suchen. Wie ticken die Menschen wirklich, die die Entscheidungen treffen? Was haben wir womöglich versäumt zu tun? Und was können wir tun, damit es gut wird?
Was wir uns fürs NEULAND Update vornehmen, ist, Kitt für unsere Gesellschaft zu liefern. Beizutragen, dass wir zusammenbleiben. Empathisch und kritisch, nicht destruktiv. Wenn Sie möchten, unterstützen Sie uns dabei. Wir würden uns sehr freuen.
„Wir“? An meiner Seite sind exzellente Medienschaffende wie Klaus Brinkbäumer, früher Chefredakteur des „Spiegel“, oder Rüdiger Barth, früher in der Chefredaktion des „stern“, beides Bestseller-Autoren. Zu unserem Team gehören weitere kluge Köpfe, etwa Ricardia Bramley und Peter Greve, die Sie vielleicht auch schon aus unserem neuen Podcast LAND IN SICHT kennen.
Willkommen also an unserer Seite. Lassen Sie uns das besagte Neuland gemeinsam kartografieren. Heute fangen wir gleich mit dem großen Ganzen an: der neuen Weltordnung, die sich in diesen Wochen immer schärfer abzuzeichnen beginnt.
Unser Team des Podcasts LAND IN SICHT steckt auch hinter NEULAND – v.l.n.r.: KT Guttenberg, Klaus Brinkbäumer, Ricardia Bramley, Rüdiger Barth, Peter Greve
Foto: Edgar Rodtmann / OMM
P R O T O K O L L
Die 7 Faktoren
der neuen Welt(un)ordnung
Wer prägt die neue Zeit?
Sieht sie so aus, die neue Welt(un)ordnung?
Darstellung: Claude.Ai
Viele Beobachter sprechen davon, dass sich die Geopolitik nunmehr in drei Einflusssphären unterteilen wird: USA, China und Russland, mit ihren jeweiligen umliegenden Regionen.
Das ist deutlich zu kurz gegriffen. Und es entspricht auch nicht den Fakten – vor allem die USA und China beschränken sich mitnichten auf die Regionen in ihrer unmittelbaren Umgebung. Schauen wir uns diese Welt(un)ordnung einmal genauer an. Mindestens sieben Machtfaktoren prägen die neue Welt:
1. Die USA
Jahrelang flirtete Donald Trump mit Isolationismus und dem außenpolitischen Rückzug. Nun ja, in Worten. Stattdessen mischt er sich in Gaza ein, im Iran, in Nigeria. Grönland, Kanada und Venezuela betrachtet er ohnehin als seine Vorgärten. Auch auf Kuba und Panama richtet sich sein unersättlicher Blick. Mit Taiwan hat er gerade einen
11-Milliarden-Dollar Defence Deal geschlossen, man versucht weiterhin auf der anderen Seite des Pazifiks Einfluss zu nehmen, etwa in Japan und auf den Philippinen. Isolationismus und das Ende der Einmischung? Das Gegenteil ist der Fall.
2. China
Der Kontrahent aus Asien liefert einen der wichtigsten Gründe, warum die USA plötzlich so viel Wert darauf legen, den Kurs Venezuelas zu kontrollieren: Wenn es die US-Amerikaner nicht selbst tun, werden es die Chinesen tun. Anders, aber wirkungsvoll. Auch so bleibt China ein maßgeblicher Faktor in Lateinamerika. Ebenso, oft unbeachtet von unseren Blicken, auf dem afrikanischen Kontinent. Und zunehmend auch in Europa, durch Unternehmensbeteiligungen oder den Erwerb zentraler Infrastruktur. China agiert geschickt, geduldig – und global.
3. Russland
Zu Wladimir Putins machtpolitischen Plänen ist nahezu alles gesagt. Auf absehbare Zeit wird sein aggressiver und revisionistischer Expansionismus, der alte Grenzen von Zarenreich oder Sowjetunion wiederherstellen soll, nicht abebben.
Nun kommen wir zu den Playern in diesem Spiel, die viele nicht auf der Rechnung haben.
4. Die Golfstaaten
Wer Saudi-Arabien, die Emirate oder Katar nicht auf dem Schirm hat, unterschätzt ihre gewachsene und weiter wachsende Macht auf dem internationalen Parkett und innerhalb der relevanten Handelsströme. Zunächst hatten sich die Golfstaaten mit allen Großen arrangiert. In ihrem eigenen Machtbereich sind sie sehr präsent, und nun nehmen sie immer öfter im globalen Maßstab die Rolle der Vermittler und Strippenzieher hinter den Kulissen ein. Sie reden mit allen. Sie können mit allen geopolitischen Gorillas. Und sie wissen (fast) alles.
5. Indien
Es wäre fahrlässig, das bevölkerungsreichste Land der Erde zu ignorieren. Gerade hat die Atommacht Indien mit der EU ein umfangreiches Freihandelsabkommen geschlossen und den USA im Zollstreit die Stirn geboten. Trotz möglicher Zugeständnisse an Trump hält Indien die Beziehungen zu Russland aufrecht und begreift sich als tragende Säule in neuen internationalen Zusammenschlüssen wie BRICS. All das wird helfen, das gewaltige Potential Indiens weiter zu entwickeln.
6. Europa
Ja, Europa! Bei allen Schwächen, die offenkundig sind: Europa hat Möglichkeiten, die wir oft viel zu geringschätzen. 450 Millionen Menschen verbinden sich zu einem einzigartigen Wirtschaftsraum, dazu kommen noch UK, Norwegen oder die Schweiz, perspektivisch gilt es auch die Ukraine und den Balkan miteinzubeziehen. Die Kulturen, die Infrastruktur, das Wissen, die Talente – Europa hätte eigentlich alles, was es braucht. Militärisch investiert man nun auch beträchtlich. Sobald die Ukraine dazu stößt, wird Europas größte und am härtesten im Krieg getestete Armee den anderen Europäern Verteidigungsfähigkeit lehren.
7. Der Faktor Technologie
Was oft zu kurz kommt: die Rolle, die Technologiesprünge bei der Gestaltung der neuen Weltordnung einnehmen werden. Technologien und viele ihrer Schöpfer scheren sich einen Teufel um staatliche Grenzen. In den USA entziehen sich die großen Tech-Unternehmen jeder wirkungsvollen Kontrolle, in China werden sie gezielt staatlich kontrolliert. Die Wege unterscheiden sich, das Ergebnis ähnelt sich. Insbesondere die KI ist global präsent und bereits überaus wirksam. Oder man denke an das Satellitensystem Star Link von Elon Musk – schon jetzt ein erheblicher geopolitischer Einflussfaktor.
Was folgt daraus? Wie leben künftig in einer komplexen multipolaren Welt. Mark Carneys Konzept der Mittelmächte folgt genau dieser Erkenntnis.
Für Kanadas Premier ist die bisherige regelbasierte internationale Ordnung faktisch in eine Phase harter Großmachtrivalität übergegangen. Sogenannte Mittelmächte – vor allem demokratische Staaten wie europäische Länder, Kanada, Japan, Australien und Neuseeland – müssten deshalb neue, flexible Allianzen bilden, damit sie nicht einzeln von Großmächten wie den USA, China oder Russland wirtschaftlich und politisch hegemonialer Erpressung ausgesetzt sind.
Für Europa stellt sich dies als bedeutende Chance dar. Aus Schock und Ohnmacht sind wir mittlerweile erwacht, einiges ist auf den Weg gebracht. Wir müssen natürlich noch deutlich schneller in unseren Entscheidungen werden. Wir müssen die Abhängigkeiten in Sachen Militär, Rohstoffe, Energie, Digitalisierung und Technologien verringern. Und wir brauchen neue Partner, neue Zugänge, neue Märkte. Erkannt ist all das längst. Der strategische Ansatz von Mark Carney ist daher nicht revolutionär neu. Aber er kommt zum perfekten Zeitpunkt. Sein Rempler reißt uns aus der manchmal immer noch spürbaren Lethargie.
Sicher, wir Europäer haben zahllose Hürden und Hindernisse vor uns. Zwischen Erwachen und Umsetzung liegt ein weiter Weg. Das sollte uns aber nicht abschrecken. Andernfalls stehen wir vor der Aussicht, nur als Objekt am Tisch derer zu sitzen, die über die Zukunft der Welt entscheiden. Oder wie es Carney ausdrückte: ein Teil des Menüs zu sein.
Es dauerte lange, aber maßgebliche Entscheider der wichtigen Nationen Europas scheinen endlich begriffen zu haben, dass wir dem mit aller Kraft entgegensteuern müssen. Und das darf uns Hoffnung geben für die kommenden Jahre.
Europa kann viel mehr, als wir glauben. Europa ist viel stärker, als wir es uns zuschreiben. In der neuen Weltordnung wird Europa seinen Platz finden – wenn wir zusammenstehen.
O – T Ö N E
Jetzt jede Woche:
Der News-Talk & Das gute Amerika
Inspirationen aus unseren Podcasts
Dienstags:
LAND IN SICHT
Warum geschieht, was geschieht?
„Ich freue mich sehr darauf, künftig regelmäßig mit einem Team kluger Mitstreiterinnen und Mitstreiter all das zu besprechen, was aktuell geschieht; und eben darüber zu debattieren, worum es wirklich geht. Nationale Politik wird uns ebenso beschäftigen wie Geopolitik, Sport ebenso wie Kultur oder unser modernes, manchmal übrigens ganz schön lustiges Leben. Und uns wird die Frage interessieren, warum gar nicht so wenige Dinge gelingen."
Klaus Brinkbäumer,
Host LAND IN SICHT
Freitags:
MAKE AMERICA GOOD AGAIN
Amis, lasst uns Freunde bleiben!
„KT Guttenberg und mich eint die Liebe zu den USA wie die Verzweiflung über die aktuelle Politik der USA. Wir reden jetzt jede Woche darüber, wie Deutsche und Amerikaner trotz allem Freunde bleiben können. Manchmal schmerzt das, was wir besprechen, oft ist es aber auch total lustig. Wir glauben beide fest daran, dass es für die Deutschen eine gemeinsame Zukunft mit uns Amerikanern geben wird, und dass diese Zukunft gut sein wird."
Ricardia Bramley, Co-Host
Mittwochs:
GYSI GEGEN GUTTENBERG
Freundschaft trotz Differenzen? Klar!
„Wir sind miteinander befreundet. Und das hätte ich auch noch vor fünf Jahren für ausgeschlossen gehalten." (lacht)
Gregor Gysi, Pooodcaster
(lacht) „So geht's mir auch, lieber Gregor. Was für eine schöne Entwicklung! Das Tolle an Freundschaften ist, sie muss sich nicht ideologisch auf derselben Ebene befinden. Wobei wir beide keine Ideologen sind, das kann man sagen, glaube ich. Aber man kann sich sehr mögen, obwohl man anderer Ansicht ist. Man kann eine Freundschaft daraus entwickeln. Und das wünsche ich unserer Gesellschaft, weil wir oft zu unerbittlich geworden sind, weil wir immer denken, mit dem Menschen kann ich doch nicht an einem Tisch setzen. Doch, man kann es, man sollte es sogar und man kann feststellen: Wie wunderbar die Dinge sind, die sich daraus entwickeln."
KT Guttenberg, Pooodcaster
A U F E I N W O R T
Warum so zuversichtlich, Reid Hoffman?
Der LinkedIn-Gründer ist überzeugt, dass uns die KI geradezu magische Möglichkeiten bescheren kann. Echt jetzt?
Reid Hofmann, LinkedIn-Gründer
Foto: KT Guttenberg
NEULAND: Reid, wir leben in turbulenten Zeiten. Was gibt dir trotzdem Zuversicht?
Reid Hoffman: Meine Zuversicht ist eine merkwürdige Form von Zuversicht. Und die lautet: In jeder Krise liegt die Chance. Es gibt ja diesen Ausdruck: Verschwende niemals eine gute Krise! Was dir eine Krise schenkt, ist die Möglichkeit zur Wiedergeburt, die Möglichkeit, neu anzufangen. Natürlich, wir durchleben außerordentlich schwierige Zeiten. Wir haben Krieg, wir hatten die Pandemie, wir haben globale Unordnung und eine extreme Politisierung von Konflikten – und wir haben neue Technologien. Ich bin bekanntlich optimistisch, was KI für die Menschheit und die Gesellschaft leisten kann, aber auch diese Technologien bedeuten Herausforderungen und Disruption. Doch in ihnen verbirgt sich die Möglichkeit von Magie. Von etwas Großartigem. Und darauf müssen wir zusteuern.
NEULAND: Ist das demnach deine Lieblingskrise?
Reid Hoffman: Nun, die Krise, der ich mich persönlich am intensivsten widme, ist Künstliche Intelligenz – weil sie uns Superkräfte verleiht. Auch deshalb habe ich mein Buch Superagency geschrieben. Stell dir vor: Jeder trägt auf seinem Smartphone einen medizinischen Assistenten bei sich, der besser ist als der heutige Durchschnitts-Hausarzt. Ich meine damit nicht, dass Ärzte verschwinden oder dass Allgemeinmediziner verschwinden.
NEULAND: Das ist wirklich keine Krise, sondern eine Chance.
Reid Hoffman: Ja, eine Chance! Klar, rund um KI gibt es eine Menge Verwirrung – aber bedenke, was das für die menschliche Gesundheit bedeutet, wenn jeder, der auch nur Zugang zu einem Smartphone hat, auch Zugang zu medizinischem Rat erhält.
NEULAND: Was traust du Europa hier zu?
Reid Hoffman: Nun, ich liebe Europa aus vielerlei Gründen – nicht nur wegen der Werte, nicht nur wegen der Bildung, nicht nur wegen der tiefen Kultiviertheit und all dieser Dinge, sondern auch: Weil es fantastische Talente in Europa gibt. Ich treffe sie regelmäßig! Ich habe in sie investiert! Europa muss sich nur für Wachstum organisieren, darauf hoffe ich inständig. Und ich helfe, so gut meine zwei bescheidenen Hände nur helfen können.
Das Gespräch mit Reid Hoffman führte KT Guttenberg. Sie finden den Beitrag hier auf YouTube.
N E U L A N D C O M M U N I T Y
Was macht Ihnen Mut?
Lesen Sie in der nächsten NEULAND Update-Ausgabe, was unsere Leserinnen und Leser bewegt
H E Y, K T !
"Ist die klassische Diplomatie untergegangen?"
Fragt GGG-Hörerin Ines Schmidt aus Frankfurt
Big Business bei Putin: die US-Gesandten Jared Kushner (r.) und Steve Witkoff
Foto: WikiCommons
KTs Antwort:
"Nicht zwingend. Auch wenn sie in einigen Regierungen zu verkümmern droht. Die klassische Diplomatie beruht ja auf dem behutsamen Aufbau von Vertrauen, auf langen Gesprächen in geschützten Räumen, auf dem vorsichtigen Ausloten von Gemeinsamkeiten. All das findet derzeit weiterhin auf der Weltbühne statt, wenngleich überlagert durch radikal andersartige, im Vergleich fast vulgär wirkende Elemente aus der Welt des Big Business, verkörpert unter anderem durch Trumps Unterhändler Jared Kushner und Steve Witkoff. Hierbei kommt es zu erstaunlichen Mischformen.
In Berlin beispielsweise, bei den Gesprächen im Dezember über eine mögliche Friedenslösung für die Ukraine, wirkten hinter den Kulissen glaubwürdige Makler wie eh und je – zum Beispiel Persönlichkeiten wie Finnlands Präsident Alexander Stubb, der das Vertrauen der Europäer wie der Amerikaner genießt. Es ist auch davon auszugehen, dass es bei diesem Treffen einen regelmäßigen informellen Austausch der Amerikaner (u.a. Kushner und Witkoff) mit den Russen gegeben hat. Ein typisches Instrument der internationalen Diplomatie mit untypischen Vertretern.
Fussnote: Der Umstand, dass Günter Sautter, der außen- und sicherheitspolitische Berater des Bundeskanzlers, beim Berliner Treffen das Auftaktgespräch zwischen Ukrainern und Amerikanern begleitete, ist ein klares Zeichen, dass den Deutschen eine Führungsrolle für Europa zugetraut wird. Diese Signale zu verstehen und die Spielregeln der klassischen Diplomatie weiterhin kunstvoll zu beherrschen, wäre also nicht Perlen vor die Säue. Sondern im Gegenteil: der Ausdruck eines Selbstverständnisses, das viele Regierungen bereits seit Jahren vom lange schläfrigen Berlin erwarteten."
Wollen Sie auch etwas von KT Guttenberg wissen? Dann los.
HörenLesenGucken
Raus aus dem Jammertal
Dem wortgewaltigen US-amerikanischen Experimentalpsychologen Steven Pinker kann man vieles vorwerfen, und manche seiner kühnen Thesen sind definitiv diskussionswürdig. Aber jedes seiner Bücher gleicht einer erfrischenden Gedankendusche. Mit Fakten, Witz und klugen Schlussfolgerungen verscheucht er auch in seinem neuen Buch die übliche Trübsal, dass eh alles den Bach runtergeht – und gibt Anlass zu der verblüffenden Hoffnung, dass die Welt alles in allem vielleicht doch kein ganz so schlechter Ort sein könnte. (rb)
Steven Pinker: Wenn alle wissen, dass alle wissen... S.Fischer Verlag, 29 Euro
L I V E E R L E B E N
GYSI GEGEN GUTTENBERG ON TOUR
Sehen wir uns?
Rostock, moya Kulturbühne, 12.2.26
Aachen, Eurogress, 27.5.26
Neunkirchen, Neue Gebläsehalle, 29.9.26
Bochum, RuhrCongress, 30.10.26
Kulmbach, Dr.-Stammberger-Halle, 1.12.26
Liebe Leserin, lieber Leser,
wir hoffen die erste Ausgabe von NEULAND Update hat Ihnen gefallen. Sehen wir uns nächste Woche wieder? Ich freue mich auf Sie!
Eins noch: Da so viel über Künstliche Intelligenz geschrieben wird, und immer mehr Artikel, Briefe, Reden sich lesen oder klingen wie von ChatGPT, Claude.Ai und Co. zusammengedengelt (und es oft genug auch sind), ein Hinweis – Sie können sich sicher sein, dass im NEULAND Update alle Texte von meinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern oder von mir verfasst sind. KI nutzen wir in der Produktion selbstverständlich. Aber nachdenken, das tun wir schon selbst.
Bis nächsten Donnerstag!
Herzlichst, Ihr KT Guttenberg
T E A M G U T T E N B E R G
KT Guttenberg war irgendwann mal Politiker und kennt die glatten Bühnen vor und hinter dem Vorhang aus dem Effeff. Was da passiert, erzählt er in NEULAND Update. Heute schreibt er Bücher, macht Filme und podcastet mit linken Legenden. Ach ja, und Unternehmer ist er auch.
Ricardia Bramley ist US-Amerikanerin, hat Wurzeln in vielen Ländern und lebte lange in New York – aufgewachsen aber ist sie in Deutschland. Seit Jahren produziert und hostet sie leidenschaftlich gern Podcasts. Eigentlich schon, solange es Podcasts gibt.
Rüdiger Barth, Journalist, Historiker und Buchautor ("Deutschland 1946"), ist Geschäftsführer der Open Minds Media, die das NEULAND Update, Podcasts und Dokus produziert. Zum Optimismus neigt er allein schon, weil ihm zum Pessimismus das Talent fehlt.
Klaus Brinkbäumer ist Bestseller-Autor ("Zeit der Abschiede"), Moderator ("Riverboat", MDR) und Podcast-Co-Host ("Ok, America?"). Früher war er mal Chefredakteur des SPIEGEL. Jetzt beginnt die Woche für ihn mit unserem Podcast LAND IN SICHT.
Peter Greve ist Consultant, Creative, Stratege. Für seinen Podcast "Die Lektion meines Lebens" trifft er ziemlich bekannte Menschen – und bringt sie auf seine leise, genau hinhörende Art dazu, ziemlich unbekannte Geschichten zu erzählen.